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Leben

Selbstbestimmt im Alter?

Mobilitätsangebote im ländlichen Raum

Die Anbindung an den ÖPNV ist auf dem Land oft mangelhaft . © Birgit Reitz Hofmann - stock.adobe.com

Außerhalb größerer Städte ist die Infrastruktur oft schlecht ausgebaut. Dies betrifft das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten genauso wie die Versorgung mit Ärzten und Apotheken oder Möglichkeiten zur kulturellen Teilhabe. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird dann zum Schlüssel für diese Angebote in der näheren Umgebung. Fehlt auch dieser, bedeutet es häufig starke Einschränkungen für die Aufrechterhaltung eines selbstbestimmten Lebens und für die gesamte Lebensqualität.

Im ländlichen Raum leben überwiegend ältere Menschen. So stellte es auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Studie fest: Deutschlands Gesellschaft altert auf dem Land, während die Städte „jünger werden“. In vielen ländlichen Regionen steigt kontinuierlich der Altersdurchschnitt, noch dazu schrumpfen die Gemeinden durch Wegzug und Sterbefälle. Beides wirkt sich spürbar und vor allem negativ auf die Lebensqualität aus.

Erfahren Sie hier, wie es um die Mobilität und Nahversorgung im ländlichen Raum bestellt ist, und welche Veränderungen in Zukunft zu erwarten sind.

Die Nahversorgung im ländlichen Raum

In einer Studie des ADAC geht es unter anderem um eine Bestandsaufnahme, wie in Deutschland die Mobilitätssicherung und Nahversorgung im ländlichen Raum aufgestellt ist. Auch hier zeigen sich strukturelle Besonderheiten und verschiedene Schwächen.

Folgen des demografischen Wandels

Ländliche Räume, die in der Nähe zu Verdichtungsräumen liegen, profitieren häufig von einem schnellen Zugang zu städtischen Angeboten. Noch dazu kommen sie für Investitionen infrage, weil sich dort Betriebe und berufstätige Menschen niederlassen, die lieber etwas ländlicher leben.

Doch je weiter ländliche Räume von größeren Städten entfernt sind,

✔ desto geringer ist die Bevölkerungsdichte.
✔ desto eher wandern qualifizierte Arbeitskräfte ab.
✔ desto weniger interessant sind sie für Investitionen – etwa in Mobilitätsangebote oder die Nahversorgung.

Denn weniger Bevölkerung bedeutet auch eine sinkende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. In der Konsequenz werden Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, der Versorgung und der Kultur geschlossen. Deswegen gibt es auf dem Land immer weniger Einkaufsmöglichkeiten, Banken, Postämter und weitere Dienstleistungen und Infrastrukturangebote.

Rückgang der Selbständigkeit

Der zunehmende Wegfall von Gütern, Infrastrukturen und Dienstleistungen im eigenen Wohnort wiederum bedeutet für die Bewohner ländlicher Gebiete: Die Entfernungen zwischen dem Wohnstandort und den Einrichtungen wird immer größer. Dementsprechend muss eine immer weitere Strecke überwunden werden, um zu Lebensmittelgeschäften, Ärzten und dergleichen zu gelangen.

Was früher noch problemlos zu Fuß zu erreichen war, ist inzwischen zu weit entfernt. Das wiederum schränkt die Menschen, die auf dem Land leben, in ihrer Selbständigkeit ein: Wer etwas braucht, muss dafür häufig Strecken von einigen Kilometern zurücklegen – und wer nicht mobil ist, ist dafür auf andere angewiesen.

Das betrifft gemäß der genannten ADAC-Studie in erster Linie

✔ Ältere, die nicht mehr mit dem Auto fahren können oder wollen.
✔ Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die nicht selbst Auto fahren können.
✔ Menschen, die entweder keinen Führerschein oder kein Auto zur Verfügung haben.

Die Mobilität im ländlichen Raum

Fehlt es in ländlichen Gebieten an Angeboten zur Nahversorgung, bedeutet das für ältere Menschen vor allem eines: Sie haben einen dementsprechend höheren Bedarf an Mobilitätsangeboten.

Mangelnde Anbindung an den ÖPNV

Wer in der Stadt lebt, kann dort die vielfältigen Möglichkeiten des öffentlichen Personennahverkehrs nutzen, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Damit ist der Weg in einen anderen Stadtteil genauso gemeint wie kurze Strecken von nur wenigen Minuten.

Der ÖPNV ist in urbanen Gebieten in der Regel so gut ausgebaut, dass in sehr kurzen Zeitabständen Busse, Straßen- oder U-Bahnen zur Verfügung stehen. Die Busse und Bahnen sind bereits oft barrierefrei und somit selbst für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen eine echte Option. Zudem sind viele Anlaufstellen nah genug, um sie zu Fuß zu erreichen.

Auf dem Land sieht die Situation anders aus: Hier spielt der öffentliche Verkehr insgesamt nur eine geringe Rolle. Größtenteils wird er vom Schülerverkehr dominiert. Folglich ist das Mobilitätsangebot außerhalb der Schulzeiten (in den Tagesrandzeiten, am Wochenende und in den Ferien) deutlich eingeschränkt oder fehlt ganz. Je ländlicher die Gegend ausgeprägt ist, desto schlechter ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Somit gibt es gerade in diesen peripher gelegenen Regionen kaum Möglichkeiten, städtische Angebote über die ÖPNV wahrzunehmen.

Vielen Kommunen in ländlichen Räumen fehlen die finanziellen Mittel, um für ein angemessenes Verkehrsangebot aufzukommen. Dadurch wird es immer schwieriger, die Versorgung zu gewährleisten.

Kommt es aufgrund des demografischen Wandels zu Schulschließungen oder -zusammenlegungen, wirkt sich das daher direkt auf den ÖPNV aus: Um Kosten zu sparen, werden die Verkehrsleistungen auf das erforderliche Mindestmaß reduziert. In der Folge verlängern sich die Fahrtzeiten und werden unattraktiv für sonstige Fahrgäste.

Wie eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, haben Bewohner in ländlichen Gebieten ohnehin längere Fahrtzeiten mit dem ÖPNV, um zentrale Orte zu erreichen, als die Bewohner in verdichteten Gebieten. Oftmals liegt die durchschnittliche Dauer zwischen 25 und 45 Minuten, in einigen Gebieten geht es sogar darüber hinaus.

Oma fährt mit dem Auto

Im ländlichen Raum sichert vor allem das Auto die Mobilität. © and.one – stock.adobe.com

Das Auto als „Mobilitätssicherer“

Alles in allem sind das die Gründe dafür, dass in ländlichen Gebieten für die meisten Bewohner das Auto das Verkehrsmittel der Wahl ist. Oftmals stellt es sogar die einzige Möglichkeit dar, um Dienstleistungen und Versorgungseinrichtungen in einer akzeptablen Zeit zu erreichen. Laut der ADAC-Studie werden rund 62 Prozent der Wege im ländlichen Raum mit dem Auto zurückgelegt. Senioren nutzen für fast zwei Drittel ihrer Wege das Auto.

Auswirkungen der Mangelversorgung

Menschen, die über kein Auto verfügen, sind auf Hilfe von anderen angewiesen – etwa Familienangehörige oder Nachbarn. Doch nicht immer wohnen die Kinder in der Nähe und als Berufstätige haben auch die Nachbarn nicht immer die Zeit, sie zum Einkaufen oder zu Arztterminen zu fahren.

Umso mehr brauchen diese Menschen die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Nur so ist es ihnen möglich, die Nahversorgung, die im eigenen Wohnort fehlt, im Nachbarort oder der näheren Umgebung wahrzunehmen.

Mobilität schafft Lebensqualität

Menschen im ländlichen Raum, die kein Auto haben oder die nicht mehr selbst fahren können, sind darauf angewiesen, anderweitig mobil zu sein. Das betrifft einerseits die bereits beschriebenen notwendigen Wege zur Erledigung der Einkäufe oder zur ärztlichen und medizinischen Versorgung.

Andererseits betrifft es die Teilhabe am sozialen Leben. Denn unter Umständen ist auch für das Treffen mit Freunden oder die Ausübung sportlicher, kultureller oder sonstiger Freizeitaktivitäten Mobilität erforderlich.

Unzureichende Angebote bedeuten daher Einschränkungen in der Selbstbestimmtheit in der Teilhabe am sozialen Miteinander. Beides bewirkt eine erhebliche Verminderung der Lebensqualität. Nicht umsonst heißt es in der ADAC-Studie:

„Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für Wachstum, Wohlstand sowie gesellschaftliche Entwicklung und Teilhabe.“

 

Konsequenzen der ländlichen Unterversorgung

In ländlichen Gebieten mangelt es zunehmend an Angeboten zur Nahversorgung: Es gibt in den einzelnen Orten immer weniger Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheken und Geldinstitute. Noch dazu ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr eher dürftig. Je weiter die Entfernung zu größeren Städten, desto schlechter ist die Situation.

Die Konsequenz: Ein Großteil der Generation 50+, die für das Alter einen Umzug in Erwägung zieht, entscheidet sich für die Großstadt. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft aus dem Jahr 2015. Auch das Bundesministerium für Ernährung und Wirtschaft bestätigt die „Abnahme der Bevölkerung in einigen ländlichen Gebieten“ aus den genannten Gründen.

In den Innenstädten sind die Wege zu Läden oder zur medizinischen Versorgung kurz. Die wichtigsten Anlaufstellen sind teils so nah, dass sie problemlos zu Fuß beziehungsweise mit Hilfe eines Rollators zu erreichen sind.

Opa und Oma gehen Arm in Arm durch die Stadt

Einige entscheiden sich im Alter für die Stadt. © dobok – stock.adobe.com

Lösungsansätze und innovative Ideen

Die deutsche Bundesregierung hat das Ziel, für eine hohe Lebensqualität auch in ländlichen Räumen zu sorgen, sie zu stärken und damit zukunftsfest zu machen. Dazu heißt es im Dritten Bericht der Bundesregierung zur Entwicklung der ländlichen Räume vom November 2020:

„Deshalb will die Bundesregierung in den kommenden Jahren dort stärker auf eine gute Versorgung der Menschen mit Gütern und Dienstleistungen, mit Breitband und Mobilfunk sowie bei der Mobilität und Teilhabe hinwirken, um faire Entwicklungschancen in Stadt und Land zu gestalten. Für jeden Einzelnen soll eine echte Chance auf Zugang zu Bildung, Arbeit, Wohlstand, Wohnen, Gesundheit, Natur und Kultur – und das unabhängig vom Wohnort – bestehen.“

Praktische Lösungsansätze

Praktische Lösungsansätze zur Sicherung der Mobilität und Nahversorgung in ländlichen Gebieten liefert außerdem die erwähnte ADAC-Studie. Unter anderem werden bereits bestehende Lösungsansätze vorgestellt. Dazu zählen

✔ die Neuordnung beziehungsweise Optimierung des öffentlichen Verkehrsangebots
✔ flexible Bedienformen im öffentlichen Nahverkehr
✔ die Kombination von Personen- und Güterverkehr
✔ die Verknüpfung von Mobilitätsoptionen

Zudem gibt es schon einige Lösungsansätze des privaten Engagements zur Mobilitätssicherung:

1. Mitnahmeverkehr

✔ lassische private Mitnahmen im engen sozialen Umfeld
✔ Fahrgemeinschaften zum Pendeln
✔ private Mitnahmen mit unbekannten Personen nach dem Anhalter-Prinzip oder über Mitfahrgelegenheiten, die über Plattformen und Portale organisiert werden

2. Sharing-Modelle

✔ Carsharing
✔ Fahrradverleih

3. privatwirtschaftliche Initiativen

✔ das Taxi- und Mietwagengewerbe
✔ Hol- und Bringdienste

4. Mobilität auf Basis bürgerschaftlichen Engagements

✔ Bürgerbusse
✔ Senioren- und Bürgerfahrdienste

Oma und Tochter sitzen im Auto

Mitnahmemöglichkeiten unterstützen die Mobilität. © Daisy Daisy – stock.adobe.com

Innovative Projekte für mehr Mobilität

Zuletzt wurden zudem zwei neue Projekte ins Leben gerufen, um ein verbessertes Mobilitätsangebot zu realisieren.

1. Wettbewerb „Gemeinsam erfolgreich. Mobil in ländlichen Räumen“

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) führt diesen Wettbewerb durch, um bereits erfolgreich umgesetzte kooperative Projekte in ländlichen Räumen zu würdigen und bekannter zu machen. Dazu konnten bis zum 31. Mai 2021 Projektskizzen eingereicht werden. Die 20 ausgewählten Einreichungen dürfen vorgestellt werden.

2. Planspiel „Mobiland“

Das Zukunftsnetz Mobilität NRW hat das Planspiel „Mobiland“ entwickelt. Die Spieler haben die Aufgabe, ein attraktives und nachhaltiges Mobilitätsangebot für eine Beispielkommune umzusetzen. Ziel ist es, die fiktiven Bewohner zum Umstieg vom Auto auf die ÖPNV zu überzeugen.

Stadt oder Land?

Wo es sich im Alter besser lebt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Stadt und Land haben jeweils ihre Vor- und Nachteile, die jeder für sich abwägen muss. Wenn Sie einen Umzug in Erwägung ziehen, sollten Sie Ihren Wunsch-Wohnort auf folgende Fragen hin überprüfen:

✔ Wird Ihre bevorzugte Wohnform für das Alter angeboten – etwa barrierefreie Wohnungen, Senioren-WGs, Mehrgenerationenhäuser oder betreutes Wohnen?
✔ Wie alltagstauglich ist der Wohnort?
✔ Wie ist es um die öffentlichen Verkehrsmittel bestellt?
✔ Können Sie die wichtigsten Plätze und Einrichtungen gut erreichen?
✔ Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?
✔ Gibt es Vereine und regelmäßige Veranstaltungen, die Ihren Hobbys gerecht werden?

Mit diesen Fragen stellen Sie sicher, dass Sie sich dort dauerhaft wohlfühlen – unabhängig davon, ob Sie sich für das Leben in der Stadt oder auf dem Land entscheiden.

Wo lebt es sich im Alter am besten?

Doch wo leben Senioren nun am besten – auf dem Land oder in der Stadt? Das Landleben hat gegenüber dem Leben in der Stadt einige Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind: Dort können Sie die landschaftliche Idylle genießen, ebenso wie die Ruhe und die frische Luft.

Dagegen kann der Alltag in der Stadt geprägt sein von gesundheitsschädlichem Lärm, Hektik und Anonymität. Ein großer Pluspunkt ist allerdings das bessere Angebot in Sachen Mobilität und Nahversorgung.

Paradebeispiel Jena

Eine Studie des ZDF hat die Regionen Deutschlands miteinander verglichen bezüglich 20 verschiedener Lebensbereiche, die für Senioren relevant sind. Demnach ist die Stadt Jena in Thüringen das Gebiet mit den besten Lebensverhältnissen. Besonders hervorzuheben sind die vielen Erholungsflächen und die sehr gute Gesundheitsversorgung.

Generell sind der Studie zufolge zentrale Wohnorte für Senioren die bessere Wahl als die ländlichen, abgelegenen Regionen. Der Grund sind die weiten Entfernungen zur Nahversorgung.

23.07.2021

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