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Gesundheit

Leben mit Herzschrittmacher: Das gilt es zu beachten

Ein kleines Gerät, das einen großen Unterschied macht: Dauerhaft in den Körper implantiert, gibt der Herzschrittmacher den Takt vor. | © angkhan – stock.adobe.com

Wenn das Herz aus dem Rhythmus tanzt, braucht es Hilfe. Ohne diese ist der menschliche Organismus nicht überlebensfähig, denn alles muss in Harmonie miteinander funktionieren.

Ein kleiner Eingriff kann alles ins Gleichgewicht bringen und viele Lebensjahre sichern, die ohne das Gerät nicht möglich wären. Doch was bewirkt ein Herzschrittmacher und welche Dinge gibt es zu beachten?

Ohne das Herz gibt es kein Leben

Das menschliche Herz pumpt durch sein Zusammenziehen und Ausdehnen Blut durch den gesamten Körper. Dies muss in gleichmäßiger Weise geschehen, damit alle Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Gleichzeitig transportiert das Blut alle Giftstoffe bis zur Leber, damit sie von dort ausgeschieden werden können.

Damit diese Prozesse kontinuierlich ablaufen, muss das Herz auf regelmäßige Weise arbeiten. Bestimmte Erkrankungen können jedoch dafür sorgen, dass sich dieser Rhythmus verändert und dadurch Probleme im Herz-Kreislaufsystem entstehen:

  • krankhafte Veränderungen an den Herzklappen
  • Veränderungen in den Herzkammern
  • Verkalkungen der Arterien und Venen, die mit dem Herzen in Verbindung stehen
  • Entzündungsprozesse, die das Gewebe des Herzens zerstören
  • Vernarbungen im Herzgewebe aufgrund von Herzinfarkten

Jedes Absterben von Gewebezellen führt dazu, dass sich die Herzleistung verändert. Der Muskel drückt das Blut nun mit weniger Kraft in die Arterien und Venen. Bei defekten Herzklappen, die die Vorhöfe und Herzkammern des Herzmuskels verschließen müssen, verringert sich der Blutdruck.

Das hat den Effekt, dass Hände und Füße nicht mehr ausreichend durchblutet und versorgt werden. Das hat den weiteren Verlust von Gewebezellen im gesamten Körper zur Folge. Deshalb ist es so wichtig, dass das Herz im richtigen Rhythmus bleibt.

Mechanische Unterstützung durch einen Herzschrittmacher

Schlägt das menschliche Herz nicht im richtigen Takt, braucht es Unterstützung. Durch einen sogenannten Herzschrittmacher werden elektrische Impulse ins Herz gesendet. Daraufhin zieht sich dieses zusammen und schlägt wieder im richtigen Rhythmus.

Bei einer Erkrankung des Herzens ist diese Arbeit nicht mehr fehlerfrei gewährleistet, denn das Herz schlägt in diesem Fall meist zu langsam. Es sind Ursachen wie angeborene Herzerkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder altersbedingte Abnutzungserscheinungen, die das Herz aus dem Takt bringen können. Ein Herzschrittmacher sorgt dann dafür, dass das Signal zum Zusammenziehen zum richtigen Zeitpunkt erfolgt.

Ein Herzschrittmacher sorgt somit zur richtigen Zeit für den richtigen Impuls, damit der menschliche Körper wieder perfekt funktionieren kann. Die unterschiedlichen Herzerkrankungen erfordern allerdings auch unterschiedliche Modelle an Herzschrittmachern.

Ist die Herzfrequenz aus dem Rhythmus geraten, kann ein Herzschrittmacher Abhilfe schaffen. | © salomonus_ – stock.adobe.com

Einkammer-Schrittmacher

Der Einkammer-Schrittmacher arbeitet mit einer Elektrode. Alle elektrischen Impulse gehen in den rechten Vorhof des Herzens oder bis zur Spitze der rechten Herzkammer. Dort befindet sich der Sinusknoten – sozusagen der Haupttaktgeber des Herzschlags. Im gesunden Zustand gibt er zwischen 60 und 80 elektrische Impulse pro Minute ab. Das ist die Herzfrequenz.

Bei der Erkrankung des Sinusknotens kommt der Einkammer-Schrittmacher zum Einsatz: Sendet der Sinusknoten keine Signale mehr, übernimmt der Herzschrittmacher diese Aufgabe.

Zweikammer-Schrittmacher

Der Zweikammer-Schrittmacher trägt seinen Namen, weil die Weiterleitung der Reize bis ins Herz von diesem Gerät über zwei Elektroden erfolgt. Dadurch werden die rechte Herzkammer und der rechte Vorhof in den richtigen Rhythmus versetzt. Dieser Schrittmacher wird bei einem AV-Block eingesetzt.

Bei diesem atrioventrikulären Block (AV) werden die elektrischen Signale verzögert oder unzureichend vom Vorhof zur Herzkammer weitergeleitet. Symptome dieser Erkrankung können Schwindel, Benommenheit, Bewusstlosigkeit oder Konzentrationsstörungen aufgrund einer verminderten Herzfrequenz sein.

Dreikammer-Schrittmacher

Dieser Schrittmacher wird selten verwendet. Bei seinem Einsatz ist davon auszugehen, dass der Herzmuskel insgesamt angegriffen und geschwächt ist. In diesem Fall wird eine dritte Elektrode zur linken Herzkammer geführt. Dadurch sollen sich die Herzkammern synchron zusammenziehen, um das Blut gleichmäßig aus dem Herzen zu drücken.

Kurzfristige oder langfristige Therapie?

Kurzfristige Therapie

Manchmal braucht es nur eine kurzfristige Behandlung, um das Herz wieder gleichmäßig schlagen zu lassen. Das ist bei Operationen oder in akuten Notfallsituationen notwendig. Dabei wird mit einem externen Herzschrittmacher gearbeitet. Dieses Gerät funktioniert außerhalb des menschlichen Körpers und bedient sich unterschiedlicher Signalwege.

  • Brust: Die Elektroden des Herzschrittmachers werden am Brustkorb auf die Haut aufgebracht und senden ihre Signale durch den Brustkorb ins Herz.
  • Vene: Wie beim Prinzip des Katheters, werden die Elektroden in eine der größeren Venen am Arm, Hals oder in der Leiste geschoben und auf diesem Weg bis zum Herzen geführt.
  • Speiseröhre: Die Elektrode wird durch die Speiseröhre bis zum Herzen geschoben.

Wird am Herzen operiert und braucht es in dieser Zeit den Einsatz eines Herzschrittmachers, werden die Elektroden des Gerätes direkt mit dem Herzen verbunden. Diese Eingriffe erfolgen alle unter Narkose oder unter der Gabe eines Schmerzmittels.

In manchen Fällen genügt die kurzfristige Therapie mit einem externen Schrittmacher. | © sudok1 – stock.adobe.com

Langfristige Therapie

Ist eine Erkrankung des Herzens dauerhafter Natur, wird ein Herzschrittmacher in den Körper implantiert. Dadurch verbleibt er dauerhaft im Körper und kann dem Herzen jederzeit den richtigen Takt vorgeben.

Das Gerät ist mit einer Größe von fünf Zentimetern sehr klein und scheibenförmig. Es findet seinen Platz unterhalb des Schlüsselbeines und wird dort in den Körper eingenäht. Bei einigen Patienten erhält der Herzschrittmacher seinen Platz direkt unter dem Brustmuskel. Abhängig von der Erkrankung wird ein Ein-, Zwei- oder Dreikammer-Schrittmacher verwendet, dessen Elektroden bis ins Herz reichen.

Damit das Gerät arbeiten und elektrische Impulse aussenden kann, braucht es Energie. Diese wird in Form von Batterien geliefert, die bis zu 14 Jahre lang halten können. Dann muss der Herzschrittmacher mithilfe einer Operation entfernt und gewechselt werden.

Eine interessante Nebenwirkung: Neben dem Aussenden elektrischer Impulse kann ein Herzschrittmacher messen, wie stark die körperliche Belastung der Person ist, die den Herzschrittmacher trägt. Physische Anstrengung bewirkt, dass sich die Herzfrequenz erhöht. Der Körper braucht mehr Sauerstoff und Nährstoffe, also wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes erhöht. Das funktioniert nur, wenn sich das Herz öfter als im Ruhezustand zusammenzieht und ausdehnt.

Um sich der neuen Frequenz anzugleichen, muss auch der Schrittmacher seinen Takt beschleunigen. Dieses Geschehen lässt sich als EKG-Kurve vom Gerät aufzeichnen und kann extern ausgewertet werden. Die Technik ist bereits so weit entwickelt, dass diese Daten direkt zum Hausarzt gesendet werden können.

Leben mit einem Herzschrittmacher

Die meisten Patienten haben keinerlei Probleme mit ihrem Herzschrittmacher. Trotzdem gibt es einige Punkte, die im täglichen Leben beachtet werden sollten.

  • Wer einen Herzschrittmacher implantiert bekommt, sollte immer seinen Ausweis mit sich führen, der das Tragen des Gerätes erkennen lässt. Das ist besonders für Rettungskräfte wichtig. Auch im Todesfall sollte diese Tatsache sofort nachvollziehbar sein, um das Bestattungsinstitut über den Sachverhalt zu informieren.
  • Herzschrittmacher gibt es in unterschiedlichen Modellen, die bei ärztlichen Untersuchungen auf verschiedene Weise reagieren. Beispielsweise sollte eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) bei einigen Modellen unterlassen werden. Deshalb sollten behandelnde Ärzte in jedem Fall darüber unterrichtet werden, dass der Patient einen Herzschrittmacher trägt.
  • Der Einsatz elektrischer Haushaltsgeräte kann für manchen Träger eines Herzschrittmachers zum Problem werden. Deshalb sollten diese immer mit einem Abstand von mindestens 30 Zentimetern zum Oberkörper betrieben werden. Die entsprechenden Warnhinweise finden sich in jeder Bedienungsanleitung.
  • Bei der Nutzung von Induktionsherden kann ein größerer Sicherheitsabstand nötig sein. Geschultes Personal sollte beim Kauf eines solchen Herdes konkrete Hinweise geben können.
  • Bei der Benutzung von Mobiltelefonen muss das Handy an das Ohr gehalten werden, das der Körperseite mit dem implantierten Herzschrittmacher gegenüberliegt. Auch während eines Telefonates sollte ein Abstand von bis zu 20 Zentimetern zwischen dem Telefon und dem Ort herrschen, an dem der Herzschrittmacher seinen Platz hat.
  • Bei Flügen und deren Sicherheitskontrollen müssen Menschen ebenfalls im Vorfeld angeben, dass sie Träger von Herzschrittmachern sind. In diesem Fall muss das Personal an der Sicherheitskontrolle informiert werden, damit die Kontrolle auf andere Weise erfolgen kann. Dazu werden dann Metall-Suchgeräte eingesetzt oder es wird per Hand kontrolliert. In jedem Fall wird jedoch vermieden, dass ein Alarm ausgelöst wird und die Funktionsweise des Herzschrittmachers wird nicht beeinträchtigt.
  • Generell ist es wichtig, in öffentlichen Gebäuden auf die Beschilderung zu achten. Bereiche, die für Träger von Herzschrittmachern problematisch werden könnten, sind in den meisten Fällen mit einer entsprechenden Beschilderung gekennzeichnet.

Im Alltag müssen Menschen mit Herzschrittmacher auf ein paar Dinge achten – etwa bei der Verwendung von bestimmten elektronischen Geräten. | © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

Gibt es Beschwerden beim Tragen eines Herzschrittmachers?

Die meisten Patienten nehmen nicht einmal wahr, dass sie einen Herzschrittmacher tragen. Doch wie bei Transplantationen, spielt in diesem Fall auch die Psyche eine nicht unerhebliche Rolle. Wer das Gerät als einen Fremdkörper ansieht, kann unter Umständen mit Komplikationen rechnen. Dann wird der Körper versuchen, das Gerät abzustoßen, damit der gesunde Urzustand wiederhergestellt werden kann.

Außerdem können folgende Komplikationen durch das Einsetzen eines Herzschrittmachers entstehen:

  • Störungen innerhalb der Wundheilung
  • Verletzungen im Lungenbereich
  • Fehlfunktion des Herzschrittmachers
  • Verrutschen der Elektroden
  • Blutungen beim Verletzen des Herzgewebes

Das Auftreten des sogenannten Schrittmachersyndroms ist dagegen sehr selten. Darunter fallen verstärktes Herzklopfen und Schwindel, weil das Zusammenspiel der Vorhöfe und der Herzkammern nicht auf optimale Weise erfolgt.

Fazit

Herzschrittmacher retten Leben. Ein kleines Bauteil gibt den Rhythmus vor, wenn das Herz dies nicht aus eigener Kraft tun kann. Vielen Menschen wurde auf diese Weise bereits das Leben verlängert. Besonders Senioren profitieren von dieser Erfindung, denn im Alter mehren sich die Verschleißerscheinungen.

Ungesunde Ernährung, fehlender Schlaf, eingeschränkte Bewegung und dauerhafter Stress sorgen dafür, dass das Herzgewebe erkrankt. Kann der Muskel nicht mehr optimal arbeiten, bekommt das Herz-Kreislaufsystem Probleme und der Patient landet im Krankenhaus.

Das Einsetzen eines Herzschrittmachers sollte nicht als die Lösung aller Probleme angesehen werden. Dieser Eingriff sollte vielmehr ein Hinweis sein, dass es Zeit ist, die Gewohnheiten zu verändern. Wird das beherzigt, ist ein Schrittmacher nur ein unterstützendes Element, das für die notwendige Sicherheit sorgt.

18.08.2022

Schlagworte

  • herz
  • herzschrittmacher
  • krankheit

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